Drei Zentrumszonen als logische Weiterentwicklung der Stadt Kriens
Im Rahmen der Ortsplanungsrevision sollen der Stadtkern, das Mattenhof-Quartier und das Stadttor Kupferhammer als Zentrumszonen ausgewiesen werden. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass dieser Schritt kein Bruch, sondern eine konsequente Weiterentwicklung ist.
Kriens hat sich von einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einer vielfältigen Stadt mit urbanem Charakter entwickelt. Besonders deutlich zeigt sich dieser Wandel heute im Stadtkern und im Mattenhof. Im Rahmen der Ortsplanungsrevision sollen diese beiden Gebiete gemeinsam mit dem Stadttor Kupferhammer als sogenannte Zentrumszonen ausgewiesen werden. Ein Blick zurück zeigt: Dieser Schritt ist eine logische Weiterentwicklung.

Kriens Stadtkern: Ursprung und Aufbruch
Der historische Ortskern auf dem Moränenhügel mit der St. Galluskirche bildet den Ursprung der heutigen Stadt. Bereits ab dem 15. Jahrhundert prägten Handwerk und später die Industrie das Bild des Dorfes. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurde Kriens zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Zentrum. Die Luzernerstrasse entwickelte sich zur Hauptachse, entlang derer eine Verdichtung mit Wohn- und Geschäftsbauten stattfand. In den 1960er-Jahren wurde das Zentrum verkehrstechnisch umgestaltet – teils auf Kosten historischer Bauten. Ab 2014 setzte das Projekt «Zukunft Kriens – Leben im Zentrum» neue städtebauliche und kulturelle Impulse, etwa mit dem Schappe Kulturquadrat und dem neuen Stadthaus.
Kriens Süd: Neue Urbanität im Talboden
Auch im Süden der Stadt hat sich viel verändert. Lange von Landwirtschaft und Einzelbauten geprägt, rückte der Talboden mit dem Bau der Autobahn A2 zunehmend in den Fokus. Neue Arbeitsplätze und Wohnquartiere entstanden, etwa in der Kuonimatt. Mit der Teilüberdachung der Autobahn im Jahr 2000 wurde der Grundstein für eine neue städtebauliche Qualität gelegt. Ein Meilenstein war die Eröffnung des Bahnhofs Mattenhof im Jahr 2003. Ab 2017 entwickelte sich hier ein urbanes Quartier mit hoher Dichte und vielfältiger Nutzung. Die Pilatus Arena und der 113 Meter hohe Pilatus Tower stehen sinnbildlich für diese neue Urbanität. Im Schweighof entstand zudem mit dem ersten 2000-Watt-Areal der Zentralschweiz ein autofreies, durchmischtes Wohnquartier. Als Ergänzung des städtebaulichen Verdichtungsprozesses soll mit dem Projektwettbewerb Grabenhof-Park ein neuer öffentlicher Freiraum entstehen, der Begegnung, Natur und Bewegung fördert und die Lebensqualität im Quartier stärkt.
Diese Beispiele zeigen: Stadtentwicklung ist ein dynamischer Prozess. Mit der laufenden Ortsplanungsrevision sollen die Zentrumszonen gezielt gestärkt, öffentliche Freiräume aufgewertet und die «Stadt der kurzen Wege» gefördert werden. So entsteht aus gewachsenen Strukturen eine zukunftsfähige Stadt.