«Wir setzen heute die Leitplanken für die nächsten 20 Jahre»
Seit Anfang Jahr ist Patricia Kaschwig als Co-Projektleiterin für die Ortsplanungsrevision zuständig. Gemeinsam mit Lea Nussbaumer stellt sie sicher, dass die hohen Qualitätsansprüche der Stadt Kriens in den planungsrechtlichen Instrumenten verankert werden. Im Gespräch erklärt sie, wie der Prozess der Ortsplanungsrevision funktioniert und wie sich die Bevölkerung aktiv einbringen kann.
Sie sind neu als Co-Projektleiterin der Ortsplanungsrevision tätig. Was macht die Revision aus Ihrer Sicht besonders spannend?
Die Ortsplanungsrevision ist für mich besonders spannend, weil wir damit die räumlichen Leitplanken für die nächsten 15 bis 20 Jahre setzen. Es geht nicht nur um Paragraphen oder Zonenpläne, sondern um die Frage, wie sich Kriens als Lebensraum weiterentwickeln soll – zum Wohnen, Arbeiten und für die Freizeit.
Besonders interessant ist für mich die Kombination von langfristiger Perspektive und konkreter Umsetzung: Die strategischen Leitlinien aus dem Räumlichen Entwicklungskonzept werden nun in grundeigentümerverbindliche Instrumente überführt. Diese Verbindung von Vision und Umsetzung sowie die grosse thematische Bandbreite machen die Aufgabe besonders reizvoll.
Welche Themenbereiche sind für Sie persönlich besonders wichtig?
Mir ist vor allem der Einbezug der Bevölkerung wichtig – wir machen diese Ortsplanungsrevision für und mit den Menschen in Kriens. Partizipation ist für mich deshalb mehr als eine formelle Mitwirkung – es geht um Dialog, Transparenz und darum, Perspektiven aus den Quartieren wirklich aufzunehmen und in die Planung zu integrieren.
Welches sind aktuell die grössten Herausforderungen?
Die Vielzahl an Interessen und Themenfeldern zusammenzubringen. Eine Ortsplanungsrevision berührt nahezu alle Lebensbereiche – vom Wohnen über Mobilität und Freiraum bis hin zu Wirtschaft und Klima. Entsprechend unterschiedlich sind die Erwartungen aus Politik, Bevölkerung, Grundeigentümerschaft und Fachstellen. Diese Interessen sorgfältig abzuwägen und in eine langfristig tragfähige Lösung zu überführen, ist anspruchsvoll und erfordert viel Koordination und Dialog.
Eine weitere Herausforderung ist die Harmonisierung der Baubegriffe. Aufgrund der Anpassungen auf interkantonaler Ebene müssen Definitionen und Berechnungsgrundlagen vereinheitlicht werden. Das klingt technisch, hat aber direkte Auswirkungen auf Bauvolumen, Höhen oder Dichten – und damit auf das Erscheinungsbild unserer Quartiere.
Wie gehen Sie mit unterschiedlichen Interessen und Erwartungen um?
Unterschiedliche Interessen gehören zu einer Ortsplanungsrevision dazu und sind Ausdruck einer lebendigen Stadt. Raumplanung bedeutet deshalb immer Abwägen: zwischen Verdichtung und Freiraum, zwischen Entwicklung und Erhalt, zwischen privaten und öffentlichen Interessen. Wichtig ist, dass wir transparent kommunizieren, nachvollziehbare Kriterien anwenden und das Gemeinwohl im Blick behalten.
Wie wird die Mitwirkung der Krienser Bevölkerung im Rahmen der Revision sichergestellt?
Die Mitwirkung ist ein zentraler Bestandteil des Prozesses. Bereits in der ersten Phase wurde grossen Wert auf den Dialog gesetzt. Daran knüpfen wir an und möchten neben der gesetzlich vorgeschriebenen öffentlichen Mitwirkung weitere Beteiligungs- und Informationsmöglichkeiten anbieten.